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Bioenergie ja, aber bitte nachhaltig
Aus Holzabfällen, Gülle, Stroh und anderen Pflanzen lässt sich nachhaltig Bioenergie herstellen. Diese Bioenergie kann künftig zehn Prozent des Weltenergiebedarfs decken. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten, das von der Bundesregierung in Auftrag gegeben wurde. Der Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltfragen (WBGU) übergab der Bundesregierung in Berlin das Umweltgutachten 2008. Die Gutachter stellten heraus, dass die Energieerzeugung nicht auf Kosten der Nahrungsmittel-Produktion gehen dürfe.
Der Beirat appellierte auch an die Bundesregierung, die Belange des Natur- und Klimaschutzes zu berücksichtigen. Wichtig sei es, verpflichtende Nachhaltigkeitsstandards auf nationaler und internationaler Ebene einzuführen. Den größten Beitrag zum Klimaschutz leiste die Bioenergie aus Sicht des WBGU bei der Stromproduktion. Die Wirkung für den Klimaschutz sei hier etwas doppelt so groß wie beim Verkehr oder bei der Wärmeerzeugung.
Weitere Forschung notwendig
Das Bundesforschungsministerium habe bereits Empfehlungen des Beirats angenommen, zu noch offenen Fragen Forschungen in Gang zu bringen, sagte Bundesforschungsministerin Anette Schavan. Sie fügte hinzu, dass es bereits zum Thema "Nutzung der Biomasse" und "Nachhaltiges Landmanagement" entsprechende Schwerpunkte gebe. Zu klären ist auch, ob die Produktion von Biomasse die Nahrungsmittelherstellung verdrängt. Dazu werden Forschungsmittel in Höhe von 200 Millionen Euro in den kommenden Jahren bereit gestellt, fügte die Ministerin hinzu.
Nur nachhaltige Produktion von Biomasse
Bundesminister Sigmar Gabriel sagte, das Gutachten des WBGU bestätige die Politik der Bundesregierung. Denn es werde schon jetzt eine Konkurrenzsituation zwischen Lebensmittelproduktion und Bioenergie vermieden. Er fügte hinzu, dass bei der Stromproduktion, der Wärmegewinnung zum Heizen und bei Kraftstoffen nur nachhaltig erzeugte Biomasse in Frage komme.
Karin Kortmann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesentwicklungsministerium, bekräftigte, dass der Einsatz von Bioenergie nicht die Armut und den Hunger in der Welt erhöhen dürfe. Sie sagte: "Das Recht auf Nahrung wiegt schwerer als das Recht auf Mobilität."
Der Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltfragen (WBGU) ist ein Beratungsgremium, das für die Bundesregierung globale Umwelt- und Entwicklungsprobleme analysiert. Er gibt konkrete Handlungs-Empfehlungen und zeigt auf, wo Forschungsbedarf besteht. Die neun Mitglieder des WBGU werden auf Vorschlag von Bundesforschungsministerin Annette Schavan und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel für vier Jahre berufen. Die Beiratsmitglieder sind führende
Experten aus der Wissenschaft aus verschiedenen Disziplinen wie Ökonomie, Natur- und Sozialwissenschaften und Umweltjuristen.
Wissenschaftlicher Beirat Globale Umweltveränderungen <http://www.wbgu.de/>
Quelle: Bundesregierung
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