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Deutlich mehr Rente ab Juli 2009
Für die rund 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner gibt es zum 1. Juli 2009 eine deutliche Anhebung ihrer Altersbezüge. Die Renten steigen in Westdeutschland um 2,41 Prozent und im Osten - aufgrund der für die Rentenanpassung relevanten Lohnentwicklung - sogar um 3,38 Prozent. Damit stehen den Rentnerinnen und Rentnern insgesamt 5,6 Milliarden Euro mehr zur Verfügung. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich erfreut über die Rentenerhöhung. Mit dem Kaufkraftzugewinn in Zeiten der Wirtschaftskrise könnten auch die Rentner an der Einkommenssteigerung teilnehmen. "Wir helfen, die Wirkungen der Krise zu überwinden", sagte Merkel.
Merkel betonte, dass die Erhöhungen zu einem echten "Netto-Zugewinn" führen würden, weil die Inflationsrate niedrig sei. Olaf Scholz, Bundesminister für Arbeit und Soziales, erklärte, das sei eine gute Nachricht für über 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland und "ein schöner Beweis für die Kraft des Sozialen in unserer Marktwirtschaft". Die Erhöhung gebe einen Schub für die Binnennachfrage.
Stärkster Anstieg seit Mitte der 90-er Jahre
So stark sind die Renten im Westen seit 1994 und im Osten seit 1997 nicht mehr gestiegen. Die Rentenentwicklung orientiert sich an den Bruttolöhnen.
Die Rentenanpassung 2009 ergibt sich daraus, dass die Löhne im letzten Jahr im Westen um rund 2,1 Prozent und im Osten um rund 3,1 Prozent gestiegen sind. Der höhere Wert im Osten ist darauf zurückzuführen, dass das Statistische Bundesamt für die letzten Jahre in den neuen Bundesländern nun ein höheres Lohnniveau ausweist als im vergangenen Jahr.
Neben der Lohnentwicklung hat über den Nachhaltigkeitsfaktor auch die Entwicklung des Verhältnisses von Leistungsbeziehern zu versicherungspflichtig Beschäftigten Einfluss auf die Rentenanpassung. Der Nachhaltigkeitsfaktor wirkt in diesem Jahr mit rund plus 0,3 Prozentpunkte anpassungssteigernd.
Nachhaltigkeitsfaktor
Der 2004 eingeführte Faktor berücksichtigt die Entwicklung des zahlenmäßigen Verhältnisses von Rentenbeziehern und Erwerbstätigen bei der Rentenanpassung. Steigen die Löhne und Gehälter in ausreichendem Maße und damit auch die Zahl der Beitragszahler, erhöhen sich im Folgejahr die Renten. Umgekehrt: wenn die Einkommen der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen nicht oder nur geringfügig steigen, gibt es auch kein Plus bei den Renten. Der Nachhaltigkeitsfaktor fand erstmals 2005 Anwendung bei der Rentenanpassung.
Ausgesetzter Riester-Faktor erhöht Rentenanpassung
Mitverantwortlich für den Anstieg in dieser Höhe ist auch die Aussetzung des "Riester-Faktors". Die Bundesregierung hatte im letzten Jahr beschlossen, diesen für 2008 und 2009 auszusetzen, um auch die Rentnerinnen und Rentner am damaligen Aufschwung zu beteiligen.
Dadurch fielen 2008 die Rentenerhöhungen um 0,65 Prozentpunkte höher aus. In gleichem Maße geschieht das auch jetzt. Ohne die Aussetzung des Riester-Faktors für das letzte und für dieses Jahr wäre die Rentenerhöhung mit rund 1,8 beziehungsweise 2,7 Prozent deutlich geringer ausgefallen.
Die beiden ausgesetzten Stufen werden 2012 und 2013 nachgeholt.
Riester-Faktor
Um die volle Förderung zur steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge ("Riester-Rente") zu erhalten, müssen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer seit 2004 einen prozentualen Eigenbetrag ihres Bruttoeinkommens aufwenden. Gegenwärtig beträgt dieser Anteil vier Prozent. Diese Mehrbelastungen der Beschäftigten bei den Aufwendungen für die private Altersvorsorge werden mit dem so genannten Riester-Faktor sachgerecht auf die Rentnerinnen und Rentner übertragen. Für die Jahre 2008 und 2009 wurde eine Aussetzung des Riester-Faktors beschlossen.
Auch Krankenkassenbeiträge sinken
Dank des beschlossenen Konjunkturpakets II sinkt der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung zum 1. Juli 2009 um 0,6 Prozentpunkte. Davon profitieren jeweils zur Hälfte die Rentenversicherung und die Rentnerinnen und Rentner. Dies bedeutet ein Plus im Geldbeutel um insgesamt 2,7 Prozent (West) und 3,7 Prozent (Ost). Bei einer Inflationsrate von 0,8 Prozent ist das ein stattlicher Nettozugewinn.
Bei einer monatlichen Rente von 1.000 Euro bedeuten die Verbesserungen ab Juli eine Erhöhung um 27 Euro (West) und um 37 Euro (Ost). Im vergangenen Jahr betrug die Rentenerhöhung insgesamt 1,1 Prozent; 2007 waren es 0,54 Prozent. Davor hatte es drei Nullrunden gegeben.
Regelsatz wird angepasst
Von der Erhöhung profitieren auch die rund 7,6 Millionen Bürgerinnen und Bürger, die Arbeitslosengeld II und Grundsicherung im Alter beziehungsweise Sozialhilfe erhalten: Der Eckregelsatz steigt zum 1. Juli von 351 Euro monatlich auf 359 Euro.
Quelle: Bundesregierung
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