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Beruflicher Wiedereinstieg
Achtzig Prozent der nicht erwerbstätigen Frauen wollen zurück in den Beruf - spätestens wenn die Kinder größer sind. Die Initiative "Perspektive Wiedereinstieg" des Bundesfamilienministeriums und der Bundesagentur für Arbeit (BA) unterstützt Frauen bei ihrem Weg zurück in die Arbeitswelt. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen und der Vorstandsvorsitzende der BA, Frank-Jürgen Weise, gaben heute in Berlin den Startschuss für die Bewerbungsphase für das Programm. Auch Bundesarbeitsminister Olaf Scholz unterstützt das Projekt. "Frauen, die mehrere Jahre aus dem Beruf ausgestiegen sind, haben keinen Anlass zu glauben, der Zug zurück in den Job sei für sie abgefahren", sagte von der Leyen. Der Zeitpunkt sei günstig, die Wirtschaft suche hoch motivierte Fachkräfte.
Lokale Netzwerke schaffen
Die weit überwiegende Mehrheit der Wiedereinsteigerinnen verfügt über gute Qualifikationen. Das Programm "Perspektive Wiedereinstieg" schafft lokale Netzwerke, die die Lücken zwischen den Wiedereinsteigerinnen, der Arbeitsagentur und den Unternehmen überbrücken. Die Förderung können Trägerorganisationen beantragen, die Kontakte und Wissen über die Lage der Frauen mitbringen. Und die gezielt dort helfen können, wo es häufig beim Schritt zurück in die Erwerbstätigkeit hakt.
Seit heute können sich kompetente Träger um eine Teilnahme am Programm bewerben. Eine hochkarätig besetzte Jury wird Anfang 2009 entscheiden, welche zehn Projekte an der Modellphase mitwirken. Diese profitieren von der Förderung in Gesamthöhe von rund 30 Millionen Euro (darunter 14 Millionen Euro aus dem Europäischen
Sozialfonds). Förderstart ist Februar 2009; das Programm ist auf drei Jahre angelegt. Antragsunterlagen sind unter http://www.esf-regiestelle.eu/ <http://www.esf-regiestelle.eu/> abrufbar.
Arbeitgeber stärker überzeugen
Die Bundesagentur stellt den Berufsrückkehrerinnen ein individuelles, unbürokratisches und umfassendes Beratungs- und Unterstützungsangebot zur Verfügung. Weise: "Wir wollen auch die Arbeitgeber überzeugen, in ihrer Personalplanung die Potenziale von Wiedereinsteigerinnen viel öfter zu berücksichtigen." Diese Frauen brächten ganz objektive Vorteile für ein Unternehmen mit: Ihre Familienplanung sei abgeschlossen, sie seien belastbar und stressresistent und verfügten oft über gute berufliche Erfahrungen und Kenntnisse.
Viele Frauen ab 40 suchen Anknüpfungspunkte oder eine Struktur, die ihnen auf ihrem Weg zurück ins Erwerbsleben hilft. Die meisten kommen dabei gar nicht auf den Gedanken, sich an die Bundesagentur für Arbeit zu wenden, weil sie sich nicht als arbeitslos betrachten. Denn nur acht Prozent von ihnen sind arbeitsuchend gemeldet.
60.000 Berufsrückkehrerinnen arbeitslos gemeldet
Im Jahresdurchschnitt 2007 waren bei den Arbeitsagenturen rund 60.000 Berufsrückkehrerinnen arbeitslos gemeldet (und nur 600 Männer). 87 Prozent der Befragten haben laut einer Umfrage der BA eine abgeschlossene formale Ausbildung, und etwa die Hälfte der Frauen hat die Berufstätigkeit für maximal drei Jahre unterbrochen. Viele Frauen geben schon bei der Suche oder in den ersten Monaten im neuen Job entmutigt auf. Etwa weil ihnen alles über den Kopf wächst, weil Qualifikationen veraltet sind, weil sie oder ihr Arbeitgeber unrealistische Erwartungen hegen oder auch weil die Familie nicht mitzieht. Hier setzt das Programm "Perspektive Wiedereinstieg" an.
Internetportal in Vorbereitung
Neben dem Programm "Perspektive Wiedereinstieg" wird es ein vom Bundesfamilienministerium und der Bundesagentur für Arbeit gemeinsam entwickeltes Internetportal speziell für Wiedereinsteigerinnen geben. Es geht Anfang 2009 online.
Quelle: Bundesregierung
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