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Erstmals seit 16 Jahren weniger als drei Millionen arbeitslos
Ungeachtet der Turbulenzen auf den Finanzmärkten ist die Zahl der Arbeitslosen im Oktober erstmals seit 16 Jahren wieder unter die Drei-Millionen-Marke gesunken. Zuletzt waren im November 1992 weniger Menschen arbeitslos. Zugleich sind über 40,6 Millionen Menschen erwerbstätig, mehr als jemals zuvor in Deutschland. Gegenüber dem Vormonat September ging die Arbeitslosigkeit um 84.000 auf 2,997 Millionen zurück, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg mit. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es 437.000 Arbeitslose weniger, gegenüber 2005 sogar knapp 1,6 Millionen.
Die Arbeitslosenquote ging um 0,2 Prozentpunkte auf 7,2 Prozent zurück. Im
Oktober hätten sich damit noch keine gravierenden Auswirkungen der
konjunkturellen Abschwächung und der Lage an den Finanzmärkten auf dem
Arbeitsmarkt gezeigt, erklärte der BA-Vorstandsvorsitzende Frank-Jürgen Weise.
Er rechnet im Jahresdurchschnitt mit einem moderaten Anstieg der
Arbeitslosenzahlen um 30.000. Allerdings werde Arbeitslosigkeit im zweiten
Halbjahr zunehmen. Mit einem Rückfall auf ein Niveau wie in der ersten Hälfte des
Jahrzehnts rechnet Weise auch im Fall einer Rezession nicht.
Aufgrund der internationalen Finanzkrise verschlechtern sich auch für Deutschland
die konjunkturellen Perspektiven. Daher geht das Institut für Arbeitsmarkt- und
Berufsforschung (IAB) von steigenden Arbeitslosenzahlen im Laufe des nächsten
Jahres aus. Insgesamt rechnen die Forscher im Jahresdurchschnitt 2009 mit rund
3,3 Millionen Arbeitslosen. Das würde kaum vom zu erwartenden Durchschnitt für
dieses Jahr abweichen. Dies sei vor allem eine Folge der vergleichsweise
günstigen Ausgangssituation zum Jahresbeginn 2009: Zu diesem Zeitpunkt werde die
Arbeitslosenzahl noch deutlich unter dem Jahresdurchschnitt 2008 liegen. Im
Jahresverlauf würde die Zahl der Arbeitslosen dann allerdings spürbar zunehmen.
Das IAB erwartet dennoch erst einmal keine dramatische Verschlechterung für den
deutschen Arbeitsmarkt.
Erwerbstätigkeit gestiegen
Die Zahl der Erwerbstätigen stieg im September kräftig auf 40,6 Millionen. Das
sind rund 568.000 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig
Beschäftigten nahm binnen Jahresfrist sogar um 552.000 auf 27,68 Millionen zu.
Dabei entfällt deutlich mehr als die Hälfte des Beschäftigungsanstiegs auf
sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen.
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat im Vorjahresvergleich in
Westdeutschland um 2,1 Prozent und in Ostdeutschland um 1,8 Prozent zugenommen.
Über eine Million offene Stellen
Die derzeit noch robuste Verfassung des Arbeitsmarktes spiegelt sich auch im
anhaltend hohen Bestand an offenen Stellen. Insgesamt 1.026.000 Stellenangebote
sind der BA bekannt, 98.000 mehr als noch vor einem Jahr.
Und die Bundesagentur für Arbeit sieht trotz der Konjunkturflaute weiterhin einen
großen Arbeitskräftebedarf der Unternehmen. Die Bereitschaft der Unternehmen,
zusätzliche Mitarbeiter einzustellen, sei im Oktober noch einmal gewachsen,
betonte die BA anlässlich der Veröffentlichung ihres Stellenindex BA-X.
Der entsprechende Index sei abermals um zwei Punkte auf den Wert von 248
gestiegen. Er lag damit um 32 Punkte höher als im Vorjahr. Allerdings sei
inzwischen eine deutlich geringere Dynamik zu verzeichnen als vor einem Jahr.
Quelle: Bundesregierun
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