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Die Angst der CSU vor dem bayerischen Wähler
Mühsam hat sich die CSU aus dem Umfragetief herausgekämpft. Aber die absolute Mehrheit für Ministerpräsident Beckstein ist bei der nächsten Landtagswahl weiter in Gefahr. Glück für die Partei, dass die Bundeskanzlerin bei der Pendlerpauschale unnachgiebig bleibt. So kann die CSU Profil gewinnen – denn andere Themen hat sie kaum. Wenn CSU-Politiker in diesen Tagen Wahlkampf machen, dann sieht das so aus wie beim Landtagsabgeordneten Philipp Graf von und zu Lerchenfeld. In der vergangenen Woche baute er seinen Infostand im Städtchen Teublitz nördlich von Regensburg auf und legte Unterschriftenlisten aus: für die Wiedereinführung der Pendlerpauschale. „Die Leute kamen in Strömen“, erzählt Lerchenfeld. „Sogar überzeugte SPD-Mitglieder haben unterschrieben. Die Pendlerpauschale ist ein tolles Thema.“ Am 18. August, wenn Parteichef Erwin Huber Lerchenfeld in seinem Stimmkreis Regensburg-Schwandorf besucht, will er ihm „tausende Unterschriften“ überreichen. „Die soll Huber dann der Bundeskanzlerin geben.“
Noch vor wenigen Monaten hätte kaum jemand gedacht, dass ein Begriff aus dem Einkommensteuerecht zum Wahlkampfschlager taugen könnte. Doch die Pendlerpauschale, das sagt der Abgeordnete Lerchenfeld und zieht zufrieden an seiner Zigarette, „die Pendlerpauschale ist ein Symbol für den Wunsch nach mehr Geld in der Tasche.“ Das Steuerkonzept der CSU, zu dem die Pauschale gehört, sei „viel zu kompliziert, um es den Bürgern zu erklären.“
Dafür ist jetzt auch keine Zeit. In zehn Wochen ist Landtagswahl und die CSU kämpft um die absolute Mehrheit. Für das neue Duo an der Spitze, Parteichef Huber und Ministerpräsident Günther Beckstein, geht es um alles. Noch nie hatte die CSU so viel Angst vor den Wählern. Mühsam hat sich die Partei aus ihrem Frühjahrstief herausgekämpft. Die neueste Umfrage sieht sie bei 51 Prozent, und die Pendlerpauschale hat daran entscheidenden Anteil – obwohl oder gerade weil das Thema einen handfesten Konflikt mit der Schwesterpartei CDU heraufbeschworen hat. Deren Chefin Angela Merkel hält nichts von einer schnellen Wiedereinführung. Krach mit Berlin aber hat der CSU noch immer gut getan. „Es hilft, wenn wir uns mit der Schwesterpartei reiben“, sagt Graf Lerchenfeld. „Wir sind eine selbstständige Partei. Unsere Zentrale ist nicht in Berlin, sondern in München.“
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Quelle: Welt-online
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